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Italien

Sizilien und Sardinien

Sizilien (Sicilia): Die strategische Lage der Insel zwischen Italien und Nordafrika, der fruchtbare Boden und die fischreichen Gewässer waren Anreiz genug für Griechen, Karthager, Römer, Byzantiner, Araber, Normannen, Angevier, Aragoner, Bourbonen und, während des 2. Weltkrieges, für deutsche und alliierte Truppen, die Inseln zu besetzen.

Palermo, die Hauptstadt, ist eine herrliche Stadt, deren großartige Architektur beeindruckt. Viele imposante Bauwerke, vornehmlich im normannischen und barocken Baustil, erwarten den Besucher. Besonders beeindruckend sind die Kirchen von Martorana, Santa Maria di Gesù, San Giuseppe dei Teatini und San Cataldo sowie die Kathedrale Santa Rosalia (1184-1185) und der Palazzo dei Normanni, das Königsschloß mit herrlicher Kapelle. In den Katakomben des Kapuzinerklosters liegen Tausende von Mumien.

Siracusa (Syrakus) hat wohl den besten Naturhafen Italiens. Die Stadt liegt auf einer kleinen Insel in Küstennähe und hat viele historische Bauwerke, darunter ein sehenswertes Amphitheater (5. Jh. v. Chr.). Archimedes lebte hier bis zu seinem Tode.

Fast alle Gebäude Catanias stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Stadt mußte nach mehreren heftigen Erdbeben wiederaufgebaut werden. Ganz in der Nähe liegt der Ätna, Europas größter aktiver Vulkan.

Weiter nördlich, direkt auf den Klippen, liegt der bezaubernde Ferienort Taormina. Von hier aus kann man den Ätna sehen. Schöne Strände laden zum Baden ein. Das guterhaltene griechische Theater (3. Jh. v. Chr.), das Kastell auf dem Monte Tauro und der Don San Nicola sind sehenswert.

Die lebendige Hafenstadt Messina wurde im Jahr 1908 durch ein Erdbeben fast völlig zerstört und gehört heute zu den modernsten Städten Italiens. Der Dom, ursprünglich im 11. Jahrhundert errichtet, wurde originalgetreu wiederaufgebaut. Messina ist Anlegeplatz der Fährschiffe vom italienischen Festland.

Überall auf Sizilien stößt man auf Überreste der Kulturen der zahlreichen Invasoren: die herrlichen Mosaike in der normannischen Kathedrale zu Montreale, beeindruckende Ruinen griechischer Tempel in Agrigent, die besser erhalten sein sollen als vergleichbare Überreste in Griechenland, und die byzantinischen Höhlenbehausungen und -gräber im felsigen Cava-d’Ispica-Tal in der Nähe von Modica. Ein riesiger Apollotempel kann in Selinunte besichtigt werden.


Urlaubsorte: Cefalù (in der Nähe von Palermo), Mondello, Acitrezza, Acireale, Taormina (s.o.) und Tindari. An der Südküste gibt es ausgedehnte Sandstrände. Sizilien ist von vielen kleinen malerischen Inseln umgeben: Lipari, Vulcano, Panarea und Stromboli (die Liparischen Inseln), Ustica, Favignana, Levanzo, Marettimo, Pantelleria und Lampedusa.

SARDINIEN (Sardegna) ist die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Das kaum bewohnte Landesinnere mit seinen Felsen und Klüften erinnert an eine Mondlandschaft. In den letzten Jahren wurden Infrastruktur und und touristische Einrichtungen in einigen Gebieten verbessert, besonders an der nördlichen Costa Smeralda und an der Westküste in der Nähe von Alghero. Sardinien ist der einzige italienische Verwaltungsbezirk, in dem es keine Autobahnen gibt. Die Sprache der Sarden hat mit dem Lateinischen mehr gemein als das heutige Italienisch.

Cagliari, die Inselhauptstadt, liegt in einem sumpfigen Tal im Süden der Insel. Die Stadt wurde von den Phöniziern gegründet und von den Römern, die sie Carales nannten, ausgebaut.

Sassari liegt im Nordwesten, in der Nähe des Feriengebietes in der Umgebung von Alghero. Die von der Landwirtschaft geprägte Stadt Nuoro, an den Ausläufern des zentralen Bergmassivs, ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Landesinnere. Olbia, Fischereihafen und Endpunkt der Autofähren, liegt am Rand der Costa Smeralda.

Überall auf der Insel gibt es Relikte aus der Bronzezeit. Am bekanntesten sind die kreisrunden (manchmal auch kegelförmigen) Nuraghi-Steinbehausungen. Die größte dieser Siedlungen aus der Bronzezeit steht im Nuraxi, etwa 80 km nördlich von Cagliari.

Die reizvollsten Badeorte sind Santa Margherita di Pula, Alghero, Santa Teresa, Porto Cervo und Capo Boi. Auch auf der Insel La Maddalena kann man herrliche Badeferien verbingen.